COVEN Berlin Neodaddyism 09.- 30. Juni 2019 Eröffnung:Galerie Genscher 08. Juni 2019 um 19 Uhr Öffnungszeiten: jew. Samstag 15-17 Uhr

COVEN Berlin Neodaddyism 09.- 30. Juni 2019  Eröffnung:Galerie Genscher 08. Juni 2019 um 19 Uhr Öffnungszeiten:  jew. Samstag 15-17 Uhr

COVEN Berlin
Neodaddyism
09.- 30. Juni 2019

Eröffnung: 08. Juni 2019 um 19 Uhr

Die Ausstellung Neodaddyism des queer-feministisch, sex-positiv, transdisziplinären Kollektiv COVEN Berlin untersucht das Phänomen Meme und präsentiert neben eigenen Arbeiten internationale Meme-Künstler*innen. Meme basieren auf gefundenen Bildern, die versehen mit kurzen Zitaten oder Aussprüchen im Internet Verbreitung finden und hier zum Ausdruck humorvoller, politischer wie gleichsam sexistischer, rassistischer, faschistischer, diskriminierender Aussagen werden. Das besondere Potenzial von Meme liegt dabei in der willkürlichen Kombination von Schrift und Bild und ihren stark verkürzten, sich zumeist auf emotionaler Ebene vermittelnden Aussagen. Im Kontext Sozialer Netzwerke können Meme in dieser Hinsicht auf besonders eingängige Weise populistische Propaganda produzieren und werden so insbesondere auch von (rechts-)radikalen Gruppierungen und Parteien für ihre Zwecke genutzt. Wahlplakate der AfD, bedienen sich etwa wiederkehrend einer Rhetorik von Meme; ein aktuelles Beispiel zeigt eine blonde, hellhäutige schwangere Frau im grünen Gras, versehen mit dem Schriftzug: „Neue Deutsche? Machen wir selber.“

Aber auch ein vermeidlich harmloses und humorvolles Meme, wie etwa das Bild eines im Fallen begriffenen Kindes mit der Unterschrift „Coffe is ready“, verdeutlicht wie sich Wort und Bild zu extrem einprägsamen jedoch stark verkürzten Aussagen in einem kollektiven Bildgedächtnis verankern. Limor Shifman fasst zusammen: „Meme prägen die Einstellungen, Verhaltensweisen und Handlungen von gesellschaftlichen Gruppen.“ Das prekäre, Meme basieren in den allermeisten Fällen auf der Nachahmung und Vermischung realer Gegebenheiten und verunklären, verleugnen und verwischen Sachlagen zu einer vermeintlich besseren Wahrheit. Die Ausstellung Neodaddyism unternimmt den Versuch solche Mechanismen zu demaskieren und diverse Aussagen entgegenzusetzen. Gleichzeitig wird die Produktion von Meme in einer dadaistischen Tradition verortet und parallele Strukturen – sowohl hinsichtlich einer Auseinandersetzung mit Wort und Bild sowie auch hinsichtlich einer politischen und sozialen Gemengelage um 1920 – sichtbar. Propaganda, so viel wird einmal mehr deutlich, gelang es bereits in Abwesenheit globaler Verbreitungsmechanismen wie dem Internet ihre Wirkungsmacht zu entfalten.

Rosa Windt

Die Ausstellung wurde ursprünglich für den Ausstellungsraum GAVU, der Akademie der Künste in Prag konzipiert und wandert nun in Auszügen in den Projektraum Galerie Genscher.

Beteiligte Künster*innen�: @covenberlin,@decolonial.meme.queens, @lilperc666, @dasharez0ne, @hot.crip, @socialpracticema

Öffnungszeiten: jew. Samstag 15-17 Uhr

Am 30. Juni findet ein Workshop zum Thema Meme mit COVEN Berlin statt. Weitere Informationen folgen.